Für die kommenden Jahre nimmt laut Creditreform die Überschuldung in Deutschland stark zu. „Nach überschlägigen Hochrechnungen dürften bereits jetzt rund 7,3 Millionen Verbraucher in Deutschland von Überschuldung betroffen sein, also etwa 400.000 Personen mehr, als die aktuellen Daten ausweisen (6,9 Millionen)“ (S. 71). Viele Haushalte stünden unter hohem „finanziellen Stress“, ausgelöst durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und andere Einkommenseinbußen. Menschen mit Niedrigeinkommen seien von der Pandemie besonders stark betroffen. Zwei Millionen Kleinstunternehmen – Freiberufler und Soloselbständige – kämpften um ihre Existenz, über eine Million Arbeitsplätze seien im Mittelstand gefährdet. Mehr als ein Drittel der Haushalte (14,7 Mio.) sei Mitte Oktober 2020 von sinkenden Einkommen betroffen (S. 43 ff.). Unter Ausklammerung der Pandemiefolgen sind laut Creditreform rund 6,85 Millionen Bürger*innen über 18 Jahre überschuldet. Dies seien rund 69.000 Personen weniger als im letzten Jahr. Die Überschuldungsquote sei dementsprechend von 10,0 auf 9,87 Prozent gesunken. Während die Überschuldung bei den Jüngeren zurückgehe, steige die Überschuldung im Alter an. Längerfristiges Niedrigeinkommen führe oft in die Armuts- und Altersüberschuldung. Für NRW weist der SchuldnerAtlas eine Überschuldungsquote von 11,63 Prozent aus. Das sind rund 1,74 Mio. Menschen, ein Rückgang von 12.000 gegenüber dem Vorjahr (auch hier: ohne Berücksichtigung der aktuellen Pandemiefolgen).

SchuldnerAtlas 2020 der Creditreform

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