Finanzielle Entscheidungen werden nicht rational getroffen, jedenfalls nicht nur. Sie unterliegen beispielsweise „kognitiven Verzerrungen“. Diese für Prävention und Beratung nützlichen Erkenntnisse hat der am 27. März verstorbene Psychologe Daniel Kahneman gemeinsam mit Amos Tversky ergründet. Doch die auch als „Fallstricke des menschlichen Verhaltens“ bezeichneten Einflüsse (Roggemann u.a., Kreditkompetenz junger Menschen in Deutschland, iff-Studie 2023) werden in der Praxis noch
wenig beachtet. Die verzerrten Wahrnehmungen sind oft das Ergebnis von Heuristiken, eingeübten Gedankengängen, die es erlauben, sich schnell zu entscheiden. Stress und Armut verstärken die kognitiven Verzerrungen. Finanzielle Bildung müsste daher die Fähigkeiten der Menschen stärken, Informationen über Finanzdienstleistungen zu reflektieren und zugleich verknüpft sein mit anderen Maßnahmen zur Armutsbekämpfung. SWR 2 Wissen  vom 28.03.2024 4 (zu Daniel Kahneman). Huber, Verhaltensökonomische Erkenntnisse zu finanziellen Alltagsentscheidungen, iff-2018; Aprea, Finanzielle Bildung und Armutsbekämpfung, Vortrag zur Tagung des Netzwerks Finanzkompetenz NRW, Januar 2022